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12. Juni 2024
Redaktion
Diabetische Nervenschmerzen

Was tun bei Kribbeln und Schmerzen in Beinen & Füßen?

Nervenschmerzen in den Beinen und Füßen, oft verursacht durch diabetische Neuropathie, sind eine Herausforderung für Betroffene. Diese Schmerzen erfordern eine individuell angepasste Therapie, die oft nicht einfach zu finden ist.
Mann
Foto: Vivobarefoot
Diabetes kann zu Nervenschmerzen in den Beinen und Füßen führen.

Ursachen und Symptome von Nervenschmerzen

Diabetes kann die Nerven in den Beinen und Füßen schädigen, was zu Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und Muskelschwäche führen kann. Diese Symptome verschlechtern die Lebensqualität erheblich. Eine frühzeitige und effektive Behandlung ist daher entscheidend.

Individuelle Schmerztherapie

Eine personalisierte Schmerztherapie ist wichtig. Herkömmliche Schmerzmittel zeigen oft wenig Wirkung bei Nervenschmerzen. Stattdessen werden Medikamente empfohlen, die normalerweise bei Depressionen oder Epilepsie eingesetzt werden, da sie die Schmerzwahrnehmung dämpfen können.

Tagebuch führen

Ein Schmerztagebuch kann ein nützliches Werkzeug sein, um den Verlauf und die Intensität der Schmerzen zu dokumentieren. Es hilft Betroffenen, Muster zu erkennen und herauszufinden, welche Aktivitäten die Schmerzen verstärken oder lindern. Dies ermöglicht eine gezieltere Therapie und bessere Selbstkontrolle.

Bewegung und körperliche Aktivität

Regelmäßige Bewegung ist ein zentraler Bestandteil der Schmerztherapie. Trotz anfänglicher Unsicherheit auf den Beinen können Gleichgewichts-, Muskel- und Ausdauertraining die Leistungsfähigkeit steigern und Schmerzen lindern. Empfohlen wird, täglich 30 bis 50 Minuten aktiv zu sein, ohne dabei außer Atem zu geraten.

Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung, Meditation, Achtsamkeitstraining und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) können positiv auf die Schmerzwahrnehmung wirken. Diese Techniken helfen, den Umgang mit Stress zu verbessern, was sich wiederum auf die Schmerzen auswirken kann.

Weitere ergänzende Strategien

Neben Bewegung und Entspannungsverfahren gibt es weitere Strategien, die zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen können. Dies umfasst unter anderem:

  • Ernährungsanpassung: Eine ausgewogene Ernährung kann den Blutzuckerspiegel stabilisieren und damit das Fortschreiten der Nervenschäden verlangsamen.
  • Physiotherapie: Professionelle physiotherapeutische Behandlungen können die Muskelkraft und Beweglichkeit verbessern.
  • Psychologische Unterstützung: Eine Therapie bei Psycholog*innen kann helfen, den emotionalen Umgang mit chronischen Schmerzen zu bewältigen.

Fußpflege und Vorsorge

Bei Nervenschäden durch Diabetes ist besondere Aufmerksamkeit der Fußpflege geboten. Regelmäßige Kontrollen und sorgfältige Pflege können helfen, Verletzungen und Infektionen zu vermeiden, die aufgrund der verminderten Sensibilität oft unbemerkt bleiben.

Langfristige Perspektive

Die Kombination aus medikamentöser Therapie, Bewegung, Entspannungstechniken und einer gesunden Lebensweise bietet die besten Chancen auf Linderung der Nervenschmerzen. Es ist wichtig, dass Betroffene aktiv an ihrer Therapie mitarbeiten und eng mit ihren behandelnden Ärzt*innen und Podolog*innen zusammenarbeiten.

Quelle: „Diabetes Ratgeber“ 6/2024

Foto: Eakrin/Adobe Stock
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