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11. Januar 2024
Redaktion
Onychomykose

10 häufigste Nagelpilz-Erkrankungen, Symptome & Behandlung

Nagelpilz ist eine weit verbreitete Erkrankung, die bei etwa 10% der Bevölkerung in Deutschland auftritt. Sie wird durch Pilze verursacht, die sich unter den Nagelplatten oder im Nagelbett ansiedeln und dort zu einer Infektion führen. Nagelpilz kann sowohl an den Fingernägeln als auch an den Fußnägeln auftreten.
Foto: Lucia Fox/Adobe Stock
Es gibt unterschiedliche Arten von Nagelpilzen.

Symptome von Nagelpilz:

Die Symptome von Nagelpilz sind je nach Stadium der Infektion unterschiedlich. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Verfärbungen der Nägel, z. B. gelblich, weißlich oder grünlich
  • Verdickte oder aufgeraute Nägel
  • Bröckelige oder splitternde Nägel
  • Nagelablösung vom Nagelbett
  • Nagelbettentzündung

Diagnose von Nagelpilz:

Es ist nicht immer einfach, Nagelpilz zu erkennen. Die Diagnose wird in der Regel durch einen Hautarzt gestellt. Der Arzt wird zunächst die Nägel untersuchen und nach Veränderungen wie Verfärbungen, Verdickungen oder Nagelablösung schauen. Anschließend kann er eine Probe von der Nagelplatte abnehmen und sie unter dem Mikroskop untersuchen oder in ein Labor schicken, um die Art des Pilzes zu bestimmen.

Foto: hedgehog94/Adobe Stock
Eine Lasertherapie kann bei schweren Fällen von Onychomykose zum Einsatz kommen.

Behandlung von Nagelpilz:

Die Behandlung von Nagelpilz hängt vom Stadium der Infektion, der Pilzart und vom Ausmaß der Symptome ab. In leichten Fällen und bei Nagelpilz im Anfangsstadium kann eine lokale Behandlung mit pilztötenden Cremes oder Lacken ausreichen. In schweren Fällen ist eventuell eine orale Behandlung mit fungiziden Tabletten oder eine Lasertherapie erforderlich. Die Behandlung dauert in der Regel mehrere Monate bis zu einem Jahr und ist erst dann abgeschlossen, wenn der Nagel komplett nachgewachsen ist.

10 häufige Nagelpilz-Erkrankungen:

  1. Onychomykose: Die Pilzinfektion, hervorgerufen durch spezifische Pilze wie Dermatophyten, Hefe- und Schimmelpilze, führt zu Veränderungen in der Form und Farbe der Nägel. Zusätzlich macht sie die Nägel brüchiger.
  2. White superficial onychomycosis (WSO): Diese Form von Nagelpilz betrifft die Oberfläche der Nagelplatte und führt zu einer weißlichen Verfärbung, daher auch die Bezeichnung „weißer Nagelpilz“. Die Pilze, meist sogenannte Trichophyton mentagrophytes, dringen in die oberflächlichen Schichten der Nagelplatte ein, wodurch “weiße Inseln” auf der Nagelplatte entstehen. WSO ist die häufigste Form von Fingernagelpilz.
  3. Distal subungal onychomycosis (DSO): Dieser befällt den Nagelrand und führt zu einer braunen oder schwarzen Verfärbung. Hier dringen sogenannte Dermatophyten in den distalen Bereich (also weg vom Ursprungspunkt einer Struktur) des Nagelbetts ein und verursachen eine Ansammlung von verdickter Nagelsubstanz, die als Hyperkeratose bezeichnet wird.
    Diese Form des Nagelpilzes beginnt typischerweise an der Nagelspitze oder -kante und breitet sich dann unter dem Nagel aus, was zu Verfärbungen, Verdickung und Zerstörung des Nagels führt. DSO ist die zweithäufigste Form von Nagelpilz an den Fingernägeln und die häufigste Form von Nagelpilz an den Fußnägeln.
  4. Proximal subungal onychomycosis (PSO): Beim PSO ist die Nagelwurzel betroffen. Dies führt zu einer gelblichen Verfärbung. Typischerweise beginnt die Infektion in der Nähe der Nagelhaut und erstreckt sich dann in Richtung der Nagelspitze. Der Pilz dringt über die Haut nahe der Nagelmatrix ein und infiziert den Nagel von innen heraus. PSO ist die seltenste Form von Nagelpilz und tritt oft bei Personen mit geschwächtem Immunsystem auf.
  5. Ingrown toenails: Eingewachsene Zehennägel sind eine häufige Ursache von Nagelpilz. Der Pilz kann durch die Wunde am Nagelrand beziehungsweise Nagelbett eindringen und über diese „Eintrittspforte“ eine Infektion verursachen.
    Der eingewachsene Nagel schafft ein feuchtes und warmes Milieu, das das Wachstum von Bakterien begünstigt. Diese können den Nagel angreifen und anfälliger für Pilzinfektionen machen.
    Die Verformung und Verletzung des Nagels durch das Einwachsen kann die strukturelle Integrität des Nagels beeinträchtigen, was das Eindringen von Pilzen erleichtert.
  6. Trauma: Nagelpilz kann auch durch ein Trauma an den Nägeln verursacht werden, beispielsweise durch einen Schlag oder einen Sturz. Das Trauma kann die Nagelplatte und das Nagelbett verletzen sowie zu Rissen führen und so das Eindringen des Pilzes über die Wunde begünstigen.
  7. Diabetes: Menschen mit Diabetes sind anfälliger für Nagelpilz, da sie eine geschwächte Durchblutung und verminderte Immunabwehr haben. Diabetiker können außerdem Nervenschäden entwickeln, insbesondere in den Extremitäten, was zu verminderter Schweißproduktion und trockenerer Haut führen kann.
    Trockene Haut und Nägel bieten einen idealen Nährboden für Pilzwachstum. Des Weiteren schafft ein hoher Blutzuckerspiegel eine Umgebung, die für das Wachstum von Pilzen förderlich ist.
  8. Schuppenflechte: Schuppenflechte kann die Nagelstruktur verändern, was Risse oder Ablösungen an den Nägeln verursacht. Diese Veränderungen erleichtern das Eindringen von Pilzen und führen zu einer erhöhten Anfälligkeit für Nagelpilz.
    Entzündliche Prozesse bei Schuppenflechte betreffen auch die Nägel. Diese Entzündungen können die natürliche Barriere der Nägel schwächen, was das Eindringen von Pilzen begünstigt.
    Symptome von Schuppenflechte an den Nägeln ähneln denen von Nagelpilz. Die Nagelveränderungen bei Schuppenflechte können mit denen von Nagelpilz verwechselt werden, was eine korrekte Diagnose erschwert.
  9. Zu hohe Fußschweißbildung: Zu hohe Fußschweißbildung kann ebenfalls zu Nagelpilz führen. Feuchtigkeit bietet einen idealen Nährboden für Pilze. Ein übermäßig feuchtes Umfeld, wie es bei hoher Fußschweißbildung entsteht, schafft optimale Bedingungen für Pilze, um sich zu vermehren.
    Ständig feuchte Haut und Nägel durch erhöhten Fußschweiß bieten den Pilzen die Möglichkeit, sich in den Nägeln einzunisten und zu wachsen.
    Ein durch Schweiß veränderter pH-Wert der Haut kann das natürliche Gleichgewicht stören und das Wachstum von Pilzen begünstigen.
    Durch feuchte Haut und Nägel steigt auch die Reibung in den Schuhen, was zu mikroskopischen Verletzungen führen kann. Dadurch haben Pilze leichteren Zugang und können in die Nägel eindringen.
  10. Verändertes Nagelwachstum: Nagelwachstum, das verlangsamt ist oder ungleichmäßig aussieht, kann auf eine Pilzinfektion hinweisen. Pilze können das natürliche Wachstumsmuster der Nägel stören, was zu ungewöhnlichen Wachstumsmustern führt.

Eine gelbliche, grünliche oder weiße Verfärbung des Nagels kann ein Anzeichen für Nagelpilz sein, da sich der Pilz unter dem Nagel ansiedelt und ihn verändert.

Nagelpilz kann auch die Nagelstruktur schwächen, wodurch der Nagel brüchig wird, Risse bekommt oder sich leicht ablöst.

Ein verdickter Nagel, der seine normale Form verliert, kann auf eine Infektion mit Nagelpilz hinweisen.

Veränderungen in der Form des Nagels, wie Eindellungen oder Hohlräume, können durch das Eindringen des Pilzes in den Nagel entstehen.

Foto: Hautarzt-Zentrum Rödingsmarkt
Foto: C. Maurer Fachmedien/Kovar
Foto: Renate Wolansky
Foto: Dr. med. Harald Bresser
Foto: Renate Wolansky

Vorbeugen von Nagelpilz:

Es gibt einige einfache Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Nagelpilz vorzubeugen:

  • Halten Sie Ihre Nägel sauber und trocken.
  • Tragen Sie keine engen Schuhe, die Ihre Nägel drücken.
  • Vermeiden Sie es, barfuß zu gehen in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen und Umkleidekabinen. Risikopatienten haben die Möglichkeit, ein Spray mit fungizider Wirkung zur Vorbeugung zu verwenden.
  • Verwenden Sie spezielle „Anti-Pilz“-Socken, die aufgrund von Silbergarn eine antibakterielle Wirkung besitzen. Sie können auch Baumwollsocken nutzen, die entsprechend mit einem Hygienewaschmittel gewaschen werden.
  • Verwenden Sie pilztötende Cremes oder Lacke.

FAQs – meistgestellte Fragen rund um Nagelpilz:

  1. Wie schnell wächst ein Nagel nach, wenn er von Onychomykose befallen ist?

Die Wachstumsgeschwindigkeit eines Nagels variiert, aber im Durchschnitt wächst ein gesunder Fingernagel etwa 2-3 mm pro Monat. Bei Fußnägeln ist das Wachstum langsamer, ungefähr 1 mm pro Monat. Wenn ein Nagel von Nagelpilz befallen ist, kann das Nagelwachstum beeinträchtigt sein.

Die Geschwindigkeit des Nagelwachstums während und nach der Behandlung von Nagelpilz kann sich verzögern, da der Pilzbefall die normale Nagelbildung beeinträchtigen kann.

  1. Wie lange dauert die Behandlung von Nagelpilz?

Die Behandlung von Nagelpilz dauert in der Regel mehrere Monate bis zu einem Jahr. Die Dauer der Behandlung hängt von der Schwere der Infektion und dem verwendeten Medikament ab. Die Heilung eines infizierten Nagels gilt erst dann als abgeschlossen, wenn der gesunde Nagel komplett nachgewachsen ist.

  1. Kann Nagelpilz wiederkehren?

Nagelpilz kann wiederkehren, wenn die Behandlung nicht vollständig abgeschlossen wurde oder wenn die Bedingungen, die zum Pilzbefall geführt haben, nicht beseitigt wurden. Um einem erneuten Befall vorzubeugen, sollten Sie weiterhin pilztötende Cremes oder Lacke verwenden und die Nägel sauber und trocken halten.

  1. Können Hausmittel gegen Nagelpilz helfen?

Es gibt einige Hausmittel, die angeblich gegen Nagelpilz helfen, wie Teebaumöl, Knoblauch und Apfelessig. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass diese Hausmittel wirksam sind. Wenn Sie Nagelpilz haben, ist es am besten, einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren, um die bestmögliche Behandlung zu erhalten.

  1. Kann Onychomykose auf andere übertragen werden?

Ja, Nagelpilz kann auf andere übertragen werden. Dies geschieht am häufigsten durch direkten Hautkontakt, z. B. wenn Sie barfuß in öffentlichen Duschen oder Umkleidekabinen gehen. Um eine Übertragung zu vermeiden, sollten Sie Ihre eigenen Handtücher und Waschlappen verwenden und barfuß gehen vermeiden.

  1. Gibt es Prophylaxemaßnahmen gegen Nagelpilz?

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Nagelpilz vorzubeugen. Dazu gehören:

  • Halten Sie Ihre Nägel sauber und trocken.
  • Tragen Sie keine engen Schuhe, die Ihre Nägel drücken.
  • Vermeiden Sie es, barfuß zu gehen in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen und Umkleidekabinen. Risikopatienten sollten zur Vorbeugung ein Spray mit fungizider Wirkung einsetzen.
  • Ziehen Sie spezielle „Anti-Pilz“- oder Baumwoll-Socken an.
  • Verwenden Sie fungizide (pilztötende) Cremes oder Lacke.
Foto: Wimpex
Baumwoll-Socken helfen, Onychomykose vorzubeugen.

Fazit:

Nagelpilz entsteht durch verschiedene Pilzarten, die sich unter den Nagelplatten oder im Nagelbett ansiedeln, was zu einer Infektion führt. Diese kann sowohl an den Fingernägeln als auch an den Fußnägeln auftreten und zeigt sich durch Verfärbungen, Verdickungen oder Nagelablösung.

Die Behandlung hängt vom Infektionsstadium und der Symptomatik ab. Im Anfangsstadium und leichten Fällen reichen oft pilztötende Cremes oder Lacke aus, während schwere Infektionen möglicherweise eine orale Behandlung mit fungiziden Tabletten oder eine Lasertherapie erfordern.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, die Nägel sauber und trocken zu halten, enge Schuhe zu meiden, nicht barfuß in öffentlichen Einrichtungen zu laufen und pilztötende Cremes oder Lacke zu verwenden.

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Foto: Eakrin/Adobe Stock
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