Folgen Sie uns
12. Januar 2023
Redaktion
Diabetes

Körperliche Aktivität senkt Risiko für Komplikationen

Körperliche Aktivität ist ein Eckpfeiler im Diabetes-Management; es gibt jedoch nur wenige Evidenzsynthesen zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und langfristigen diabetesbedingten schweren Komplikationen. Was „schlüssig“ scheint, konnte jetzt in einer großen Metaanalyse des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) als faktisch gegeben bewiesen werden.
Fahrradfahrer
Foto: ARochau/Adobe Stock

Personen mit Diabetes sind gefährdet, weitere gesundheitsbezogene Komplikationen zu entwickeln, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zerebrovaskuläre Ereignisse und Herzinsuffizienz, sowie andere Begleiterkrankungen wie Retinopathie, Nephropathie und Neuropathie.

„Während es bereits viele Beweise für den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und der Prävention eines Typ-2-Diabetes gibt, stand dies für die Assoziation von körperlicher Aktivität mit diabetesbedingten Komplikationen noch aus“, sagt Studienleiterin Dr. Sabrina Schlesinger vom Institut für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum. „Darüber hinaus wollten wir das optimale Maß an körperlicher Aktivität, das voraussichtlich mit der größten Risikominderung verbunden ist, identifizieren.“ Derzeit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Erwachsene mit chronischen Krankheiten mindestens 150 bis 300 Minuten pro Woche mit moderater aerober körperlicher Aktivität verbringen sollten.

Insgesamt identifizierten die Forscherinnen und Forscher 31 relevante Studien, die zwischen 1995 und 2021 veröffentlicht wurden, mit Untersuchung von Populationen in den USA, Europa, Asien und Australien sowie eine Kohorte aus 20 verschiedenen Ländern.

Die Ergebnisse dieses Reviews einschließlich seiner Metaanalysen ergab eine moderate Beweissicherheit dafür, dass körperliche Aktivität mit einem verringerten relativen Risiko für die Inzidenz und Mortalität von kardiovaskulären Erkrankungen sowie mit mikrovaskulären Gesamtkomplikationen, insbesondere Retinopathie, verbunden war. Die Auswertungen zeigen eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, d. h. mit steigender körperlicher Aktivität sank das Risiko für Folgeerkrankungen des Diabetes.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits ein körperliches Aktivitätsniveau, das unterhalb der WHO-Empfehlung liegt, das relative Risiko für diabetesbedingte Komplikationen verringert“, resümiert Schlesinger.

Jeder Schritt zählt

Für Menschen mit Diabetes kann es belastend sein, wenn sie nicht erfolgreich die vorgegebene körperliche Aktivität umgesetzt haben; manchmal ist das Ziel – gerade zu Beginn oder bei körperlich inaktiven Menschen mit einem erhöhten BMI – unerreichbar. „Mit diesen Ergebnissen können auch diese Menschen mit Diabetes dazu ermutigt werden, körperlich aktiv zu sein, da selbst ein geringes Maß an körperlicher Aktivität zur Vorbeugung von diabetesbedingten Komplikationen wirksam ist, wie die Ergebnisse unserer Dosis-Wirkungs-Metaanalysen zeigten“, betont Schlesinger die wissenschaftliche Implikation der Studie.

 

Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum

Originalpublikation

Rietz M, Schlesinger S et al. Physical Activity and Risk of Major Diabetes-Related Complications in Individuals With Diabetes: A Systematic Review and MetaAnalysis of Observational Studies, Diabetes Care 2022;45(12):3101–3111; https://doi.org/10.2337/dc22-088

Originalpublikation

Rietz M, Schlesinger S et al. Physical Activity and Risk of Major Diabetes-Related Complications in Individuals With Diabetes: A Systematic Review and MetaAnalysis of Observational Studies, Diabetes Care 2022;45(12):3101–3111; https://doi.org/10.2337/dc22-088

Originalpublikation
Öffnen Schließen
Foto: Eakrin/Adobe Stock
Draufsicht
Zurück
Speichern
Nach oben