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31. Januar 2018
Redaktion

SHV: Unterschiede beendigen

„Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Kassenpatienten und Privatpatienten, zwar nicht in der Qualität der einzelnen Therapien, aber zum Beispiel bei der gesetzlichen Zuzahlung zu den Behandlungskosten, die nur für GKV-Patienten gilt!“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelerbringer (SHV).



Konkret geht es um die Zuzahlung nach § 61 Satz 3 SGB V. Sie beträgt 10 € pro Verordnungsvordruck zzgl. 10 Prozent der Behandlungskosten und muss von den Behandlern im Heilmittelbereich bei den Patienten eingezogen und an die zuständige Krankenkasse abgeführt werden. Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einem durchschnittlichen physiotherapeutischen Rezeptwert (in 2016) von 174 € liegt die durchschnittliche Zuzahlung somit bei 27,40 €/Verordnung. Diese Zuzahlungspflicht trifft ausschließlich die Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung und wird – anders als in der privaten Krankenversicherung – nicht mit einem Beitragsrabatt belohnt. Ein klarer Nachteil für Kassenpatienten. Hier macht eine Änderung wirklich Sinn.

Foto: Petra Bork/pixelio.de

Weitere Unterschiede gibt es hinsichtlich des Umfangs der Versorgung mit Heilmitteln. Während Ärzte bei Kassenpatienten bei der Verordnung von Heilmitteln immer auch die durch ihre KV festgesetzten Richtgrößen einhalten müssen, entscheidet der Arzt beim Privatpatienten frei von wirtschaftlichen Zwängen darüber, welche Therapie die sinnvollste für den Patienten ist.

„Wer also Unterschiede zwischen gesetzlich beziehungsweise privat Krankenversicherten beseitigen will, sollte hier anfangen. Denn den Wegfall der Zuzahlung beziehungsweise Budgetierung spürt der gesetzlich versicherte Patient sofort und fühlbar“, fordert Ute Repschläger und betont einen weiteren Vorteil: Der bürokratische Aufwand, der für die Praxen mit der Einziehung der Zuzahlung verbunden ist, fordert viel Zeit, die besser für die Therapie der Patienten verwandt wird. So können Wartezeiten verkürzt werden. Genau das war auch der Grund, warum im Jahr 2013 die sogenannte Praxisgebühr in den Arztpraxen abgeschafft wurde. Stichwort: Bürokratieabbau.

Foto: Eakrin/Adobe Stock
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